Mit dem EDU-iPad hat jede Schülerin, jeder Schüler gleichzeitig auch eine Kamera in der Schultasche. Für den Unterricht bietet die Kamera-App vielseitige Einsatzmöglichkeiten! Das Recht am eigenen Bild ist dabei ein essentielles Thema, sobald sich die Mitschülerinnen und Mitschüler gegenseitig fotografieren und die Fotos anschließend weiter verwenden.

Wen und was schützt das Recht am eigenen Bild?

Berechtigte Interessen

Das Recht am eigenen Bild stellt ein Persönlichkeitsrecht dar und schützt ideelle und materielle Interessen von Personen. Bei der Veröffentlichung von Fotos müssen Sie berechtigte Interessen der Abgebildeten stets berücksichtigen (§ 78 UrhG Bildnisschutz). Dies gilt auch in Bezug auf mitveröffentlichte Texte, namentliche Nennung oder sonstige Umstände.

Jeder darf selbst entscheiden, wo sein Gesicht abgebildet wird und in welchem Gesamtzusammenhang diese Fotos veröffentlicht werden.

Veröffentlichung

Der Öffentlichkeitsbegriff ist weit auszulegen. Er ist bereits erfüllt, wenn Sie das Foto für eine Mehrzahl von Personen sichtbar machen – beispielsweise durch das Versenden per E-Mail oder das Hochladen der Bilder auf eine öffentlich zugängliche Website.

Wann liegt eine Interessenverletzung vor?  

Ob berechtigte, schutzwürdige Interessen bei der Veröffentlichung von Fotos verletzt werden, müssen Sie nach dem Einzelfall beurteilen.

Eine Verletzung berechtigter Interessen liegt jedenfalls vor, wenn Sie ein Bild ohne Zustimmung der abgebildeten Personen verbreiten, das entwürdigend, herabsetzend oder bloßstellend wirkt.

Wann ist eine Zustimmung zur Veröffentlichung notwendig?

  • Personen werden im privaten Rahmen oder in halböffentlichen Bereichen, wie in der Schule fotografiert.
  • Personen sind eindeutig auf den Bildern zu erkennen.
  • Die Bilder werden für Werbezwecke verwendet.

Thema Klassenfoto: Das Recht am eigenen Bild gilt außerdem für alle, die auf einem Gruppenfoto zu sehen sind. Bevor Sie das Foto veröffentlichen, müssen Sie daher die Zustimmung von jeder Schülerin und jedem Schüler einholen.

Sobald eine Person auf dem Bild nicht mit der Veröffentlichung einverstanden ist, dürfen Sie das Foto auch nicht ins Internet stellen. Die Alternative: Sie können die Person am Foto unkenntlich machen, zum Beispiel durch Verpixeln.

Die Einverständniserklärung ist jederzeit widerrufbar.

Was müssen Sie bei der Zustimmung beachten?

  • Vollständige Aufklärung, wofür das Bild verwendet wird (Eine schriftliche Erklärung ist aus Gründen der Beweissicherung zu emfehlen).
  • Die Veröffentlichung von Fotos ist grundsätzlich im Umfang der Zustimmung zulässig.
  • Für eine wirksame Zustimmung ist eine ausreichende Einsichts- und Urteilsfähigkeit bezogen auf die konkrete Veröffentlichung notwendig. Diese wird grundsätzlich ab einem Alter von 14 Jahren vermutet.
  • Die Zustimmung der Eltern kann die Zustimmung des Kindes nicht ersetzen. 

Wann müssen Sie keine Erlaubnis einholen?

  • Bei Personen der Zeitgeschichte (Prominente oder Politiker).
  • Für Fotos, die Sie im öffentlichen Raum aufnehmen und auf denen abgebildete Personen nur „Beiwerk“ sind.
  • Für Fotos, die Sie bei echten Versammlungen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen erstellen.
  • Bei Kunstfotografien.

Klasse! Plus erklärt Ihnen die wichtigsten Basics über das Recht am eigenen Bild in einem Video.

Quellen:

4 Ob 187/99z; OGH 6 Ob 14/16a; OLG München 29 U 368/16; OGH 4 Ob 97/88; OGH 4 Ob 266/01y

Guggenbichler in Ciresa, Urheberrecht § 78;Ciresa in Ciresa, Urheberrecht § 54; A. Kodek in Kucsko, urheber.recht; Braunböck in Kucsko, urheber.recht; Wanckel, Foto- und Bildrecht4; Hilgert/Greth, Urheberrechtsverletzungen im Internet; Paul in Hoeren/Sieber/Holznagel, Multimedia-Recht,


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