Ein Blick über den Tellerrand: Florian Focke, EDU-iPad Lehrer an der Sportmittelschule 2 Wien, entschied sich 2016 seinen Beruf als Lehrer für eine Zeit lang in China auszuüben. In den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 unterrichtete er an der Deutschen Sektion der Yucai Schule in Shenyang7China – eine spannende Erfahrung, wie er selbst meint.

Du hast ganze zwei Jahre in China unterrichtet – ein ziemliches Kontrastprogramm zu Österreich. Wieso genau China?

Ich wollte schon immer einmal im Ausland unterrichten und China erschien mit sehr spannend. Außerdem leitet die deutsche Sektion ein Österreicher und der hat gerne „Landsleute“ an seiner Schule.

Welche Fächer hast du dort unterrichtet?

Englisch, IT (Informatik), Sport, Geografie und Geschichte.

Was waren deine Erwartungen zu Beginn?

Wenn man für längere Zeit ins Ausland geht, sollte man so wenige Erwartungen wie möglich mit sich bringen. Dann ist das Enttäuschungspotential geringer und man geht sehr viel offener an die Sache heran. Ich wollte viel erleben, Neues lernen und viel reisen.

Wie wird digitale Bildung in China umgesetzt?

Den chinesischen Schülerinnen und Schülern stehen prinzipiell riesige Computer-Säle zur Verfügung und in einigen Klassen besitzt jedes Kind einen eigenen Laptop. Die Ausstattung an den Schulen hängt jedoch stark vom Schulerhalter ab. Prinzipiell wird in Schulen und die entsprechende Ausstattung mehr Geld investiert als in Österreich.

In Wien unterrichtete ich bereits in einer EDU-iPad Klasse. Ich machte sehr gute Erfahrungen damit und wollte dies auch in China weiterverfolgen. Da es an der Schule keine iPads gab, arbeiteten die Kinder und ich mit unseren privaten iPads – vor allem im IT- und Englischunterricht.

Jede Klasse war mit einem Smartboard ausgestattet, wodurch ich sämtliche Tafelbilder am iPad erstellen und über das Smartboard präsentieren konnte.

Wenn du die Bildung in China und Österreich vergleichst, wo siehst du Gemeinsamkeiten? Was kann sich Österreich von China abschauen und umgekehrt?

Schülerinnen und Schüler können sich in China ihre Schwerpunkte selbst aussuchen, sprich zwischen dem musikalischen, sportlichen, mathematischen oder sprachlichen Sektor wählen. Der Sportunterricht ist jedoch mehr eine Exerzierübung als ein Auspowern. Aufgrund der langen Schultage herrscht deshalb auch ein ziemlicher Bewegungsmangel. Die Ferien für die Kinder sind viel kürzer. Was eindeutig fehlt, sind kreative Fächer und ein weltoffener Unterricht.

Im Gegenzug dazu könnte sich Österreich abschauen, dass von Jugendlichen mehr verlangt werden kann. Zudem sollte die Lehrperson wieder den Status einer Respektsperson erreichen. Bewegung und effizienter Sport sind ein absolutes Muss für alle Kinder.

Wo lagen die Herausforderungen für dich?

Zunächst musste ich von allen Eltern eine Genehmigung einholen, damit die Schülerinnen und Schüler ihre privaten iPads in die Schule mitnehmen durften. Im Unterricht gab es vor allem bei der Internetrecherche einige Hürden. Da man in China nicht jede Internetseite besuchen kann, mussten wir über einen VPN Server arbeiten. Google war beispielsweise eine der gesperrten Seiten.

Wie sah dein Unterrichtsalltag vor Ort aus?

Wenige Schülerinnen und Schüler in den Klassen und längstens bis 15:00 Uhr Unterricht. Eine Unterrichtsstunde dauerte 40 Minuten und es gab kaum Disziplinierungen.

Mensa-Essen, hunderte Kinder, die sich den Sportplatz und die Schwimmhalle teilen sowie ein privater Shuttle waren für mich und das Lehrerkollegium Alltag.

Hat sich dein Unterricht durch die Auslandserfahrung verändert? Was hast du dir aus China für deinen Unterricht mitgenommen?

Als Lehrperson muss man eines sein und das ist flexibel. Wer nicht flexibel ist, geht an diesem Job zu Grunde. Um weiterhin zukunftsorientiert Lehren und Lernen zu können, müssen wir im Bildungsbereich auch medientechnisch dran bleiben.

Ich bin wieder motivierter und schätze das freie Unterrichten in einer Demokratie sehr. Ich setze das EDU-iPad nun noch mehr ein und genieße das Publikum in der Klasse. Bewegung, Gesundheit und Sport stehen für mich an oberster Stelle!


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