Die menschliche Gefühlswelt ist eine Wissenschaft für sich. Und – zugegeben – die Anforderungen des heutigen digitalen Lebens machen es mit sozialen Medien, Emails, konstanter Reizüberflutung – kurzum: Stress. Nicht immer einfach, einen Moment für sich und die Menschen zu finden, die einem im Leben wichtig sind.

So sind Konflikte aus verschiedensten Gründen leider manchmal unvermeidlich. Ob zwischen Schülerinnen und Schülern im Klassenzimmer, im Freundeskreis oder zuhause in der Familie.

Dabei wollen wir doch meist letztlich nur verstanden werden und den Standpunkt der anderen verstehen. Den heurigen Muttertag möchte ich daher zum Anlass nehmen, um euch in diesem Zusammenhang eine interessante App vorzustellen.

Michael Brandstetter, Projektbetreuer bei ACP eduWERK


Volksschule, Neue Mittelschule

Unterrichtsfach: Englisch

Verwendete App:

Felt Icon FELT by Catbears

Making Relationships Work mit FELT

Die App FELT ist ein Werkzeug, um einer anderen Person einerseits Einblicke in die eigene Gefühlswelt zu geben und hilft einem, sich in die Lage einer anderen Person hineinzuversetzen. 

Können zwei Fantasiefiguren miteinander befreundet sein? Wie fühlen sich die beiden wohl? Diese zentralen Fragen stellt die App – stellvertretend für zwei reale Personen.

So geht’s!

  1. Erstellt in der App FELT einen Account (in dem dann all eure „Relationships“ gespeichert werden können).
  2. Jeder sucht sich einen Avatar für sich (Side A) und das Gegenüber (Side B) aus (in unserem Beispiel: Michael als „Dino“ und seine Mama als „Cat“).
  3. Nun müsst ihr drei Fragen pro Seite beantworten (also für den Dino und die Katze).
    • What I think happened? / What I assume she thinks happened
    • What I feel? / What I assume she feels? 
    • What I need? / What I assume she needs?
  4. Nun kann man mit Hilfe von beschrifteten Emojis die Gefühlslage nachstellen.
  5. Jede Karte kann noch das Attribut „a little“ oder „not“ hinzugefügt bekommen.

Aufgepasst: Bonuspunkte für Schülerinnen und Schüler

In der App ist ein Artikelfehler: Bei „What I assume she feel[s]“ und „What I assume she need[s]“ fehlt jeweils das „s“ für die dritte Person. Das ist sehr schade, haben wir aber bereits beim Entwickler bekannt gegeben.

Kommentar der Redaktion

Tipp: Pluspunkte an die Schülerinnen und Schüler verteilen, die es finden 😉

Praxiserfahrungen aus dem Klassenzimmer:

  • sie ermöglicht es, mit einfachen Mitteln über komplexe Gefühle zu sprechen
  • Man muss, um die App zu nützen, seine Gefühlslage auf kurze Beschreibungen herunterbrachten, sodass man selbst reflektieren muss, was man eigentlich fühlt
  • Durch die illustrierten Figuren wird eine neue Ebene geschaffen: man muss nicht über sich sprechen, sondern über den roten Dinosaurier oder den grauen Koala-Bären, der für einen selbst steht
  • Es hat einen spielerischen Charakter, sodass es auch für Kinder und Personen geeignet ist, die ansonsten nicht das Gespräch suchen würden
  • Der Inhalt der App ist so wenig, dass sie eine reine Hilfestellung ist, ein Gespräch zu beginnen, nicht aber beide Seiten einfach nur in ihren eigenen Bildschirm starren.
  • Unter Catbears findet ihr von den selben Machern der App auch nette Bastelunterlagen für die Volksschule.

Warum ich denke, dass diese App interessant ist?

Mich persönlich hat diese App zum Nachdenken gebracht, vor allem deshalb, weil sie einen dazu bringt, sich in die Gefühlslage des Gegenübers hineinzuversetzen und weil die gezeichneten Figuren einem ein Lächeln auf den Mund zaubern.

Deshalb wollte ich sie hier mit euch teilen und würde mich freuen, wenn die App auch euch inspiriert, neu über eure eigenen Gefühle und die der anderen nachzudenken.


In diesem Sinne:
Alles Liebe zum Muttertag von eurem eduWERK-Team!